Der Hauptansatzpunkt beim Nachweis
des Parkinsonsyndroms sind die charakteristischen motorischen Störungen Akinese,
Rigor und Tremor. Die Parkinsonsche Krankheit
ist eine chronische Erkrankung. Ihre Ursachen
sind nur bei einem kleinen Teil der Patienten bekannt.
Erbliche Faktoren spielen vor allem bei den in jüngeren Jahren erkrankenden
eine Rolle. Dabei ist das Ausmaß in dem die Erblichkeit
eine Rolle spielt weiter strittig. 85% aller Erkrankten haben keine
erkrankten Verwandten. Manche Autoren gehen davon aus, dass nur weniger
als ein Prozent aller Erkrankungen auf Erblichkeit zurückgeht. Wegen
mangelhafter Diagnostik in früheren Generationen der damals früheren allgemeinen
Sterblichkeit, sind aber nicht alle alten Daten verwertbar. Tanner CM,
et al JAMA.1999;281:341-346 MEDLINE, Drei verschiedene genetische Defekte werden ursächlich angeschuldigt, jeder
einzelne von diesen kann ein auf Dopamin reagierendes Parkinsonsyndrom auslösen.
Alpha -synuklein, Parkin, und Ubiquitin C terminale Hydrolase L1.M. Maral
Neurology 2002 58: 179-185.
[Abstract] Ältere Literaturübersichten gingen davon aus, dass dies noch
nicht endgültig geklärt ist, wenngleich auch damals schon mehr Daten gegen
einen starken genetischen Einfluss sprachen.. Johnson WG, .Mov
Disord.1990;5:187-194.MEDLINE.
Andere gehen aber auch davon aus, dass Erblichkeit
auch bei den späten Formen eine Rolle spielt. In einer isländischen Untersuchung
betrug war das Risiko für Geschwister auf das 6,7 fache, für Kinder auf
das 3,2 fache für Cousins auf das 2,7 auch bei der späten Form erhöht.
Bei den jüngeren Patienten ist die Erblichkeit noch höher
anzusetzen hier haben fast die Hälfte der Patienten einen Gendefekt (Parkin-
Mutation auf dem Chromosome-6).
Dies spielt vor allem in Japan ein Rolle wo 40% der Parkinsonpatienten unter 60
Jahre bei Auftreten der Erkrankung sind. (New England Journal of Medicine
343, 1765ff, December 14,2000) Ansonsten dürfte ein Alterungsprozess eine
wesentliche Rolle spielen. Die bekannten Ursachen wie Schädeltraumen oder
Gehirnentzündungen spielen nur bei einem kleinen Teil der Patienten eine Rolle.
Nach einer neueren Untersuchung scheint das Risiko eines M. Parkinson mit der
Bildung zuzunehmen, mit der körperlichen Betätigung abzunehmen. Je gebildeter
und je weniger körperlich tätig, umso höher das Risiko. Arbeiter hatten dabei
ein deutlich vermindertes Risiko, Ärzte ein hohes Risiko. Die Fallzahlen sind
aber noch zu klein um hier zuverlässige Aussagen zu machen. Insbesondere Männer
mit hohem Harnsäurespiegel haben ein erhöhtes Risiko an einem M.
Parkinson zu erkranken. Auch wenn die Krankheit Symptome zeigt, scheint ein
hoher Harnsäurespiegel schützend zu sein und den Verlauf zu verlangsamen. Ob
eine Purinreiche Ernährung deshalb für Parkinsonkranke angesagt ist, ist noch
nicht erwiesen. Ein aggressives Senken des erhöhten Harnsäurespiegels ist
jedenfalls bei Parkinsonpatienten nicht indiziert. Arch Neurol.
2008;65(6):716-723. Published online April 14, 2008
(doi:10.1001/archneur.2008.65.6.nct70003).
ABSTRACT R. Frigerio, et
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[Full Text]
[PDF] V. Bonifati, et
al. Science, 2003; 299(5604): 256 - 259.
[Abstract]
M. Guttman, Can. Med. Assoc. J., February 4, 2003; 168(3): 293 - 301.
[Abstract]
Zum Stand
der Erforschung
der
Genetik des M.
Parkinson
siehe beim
NINDS Human
Genetics
Resource Center
at the
Coriell
Institute, it
is a growing
bank for human
cells, DNA
samples,
clinical data,
and information
sources, to
accelerate
research on
genetics of
disorders of
the nervous
system. Oder
direkt unter
https://queue.coriell.org/Q/snp_index.asp
Registrierung
und Angabe des
Grundes für die
Recherche
erforderlich. Möglicherweise begünstigt bei Frauen eine Entfernung der
Eierstöcke vor den Wechseljahren das Auftreten eines M. Parkinson, das Risiko
scheint sich dadurch etwa zu verdoppeln. Es liegen bisher aber nur Daten aus
einer Studie vor. (Rocca et al, Neurology 2007)
Es handelt sich um eine Erkrankung
der Basalganglien, diese sind Kerngebiete im Gehirn, die Bewegungen steuern. Die
wichtigsten Symptome erklären sich aus der Degeneration der dopaminergen Neurone
in der Substantia nigra pars compacta und deren Axone im Mittelhirn.
Diese Axone ziehen in den Nucleus caudatus, und das Putamen. Als typisch
gelten die eosinophilen intrazytoplasmatischen Einschlüsse von Lewy bodies.
Zwar steht der Zellverlust in der Substantia nigra im Vordergrund, allerdings
findet sich auch außerhalb der Substantia nigra pars compacta in anderen
Hirnregionen ein Verlust an Nervenzellen und auch Lewy bodies. Die
L-Dopabehandlung kompensiert nur den Verlust an Dopaminergen Zellen in der
Substantia nigra. Entsprechend werden andere Symptome, die auf den Zellverlust
in anderen Hirnregionen zurückgehen (Locus coeruleus, entorhinaler Kortex, und
Amygdala) nicht gemildert. Dennoch stehen auch von der Symptomatik her zunächst
im Verlauf die Dopamin- abhängigen Ausfälle im Vordergrund. Im
Mittelhirn in der Substantia nigra der Patienten wird also ein Botenstoff, das sogenannte Dopamin, nicht mehr in ausreichender Menge produziert.
Die Dopaminsynthese erfolgt in den DAergen Neuronen der Substantia nigra pars
compacta. Die Aminosäure Tyrosin wird nach Passage der Blutliquorschranke als
Ausgangssubstanz für die Katecholaminbildung in den
DAergen Neuronen aufgenommen. Anschließend hydrolysiert die Tyrosinhydroxylase
(TH) Tyrosin zu L-Dopa, welches durch die L-Dopa-Decarboxylase zu DA katalysiert
und dann in den präsynaptischen Speichervesikeln aufgenommen wird. Nicht
gespeichertes DA wird bevorzugt durch die mitochondriale Monoaminooxidase B zu
3-4- Dihydroxyphenyl-Acetat abgebaut. Ein geringerer Anteil wird über das Enzym
Katechol-O-Methyl-Transferase zu 3-Methoxytyramin metabolisiert. Da die
präsynaptischen Speichervesikel der DAergen Neuronen nicht über das Enzym
DA-β-Hydroxylase verfügen, wird DA nicht wie in den präsynaptischen
noradrenergen Speichervesikeln zu NA umgesetzt. Als Beiprodukt der
DA-Neosynthese katalysiert die TH Tyrosin zu Melanin, das in der Substantia
nigra abgelagert wird und für ihre Dunkelfärbung verantwortlich ist, die
allerdings bei Degeneration DAerger Neurone fehlt. Die phasische DA-Ausschüttung
erfolgt nach Stimulation der DAergen Neurone der Substantia nigra aus den
nigrostriatalen Bahnen im Striatum. Die kurzfristige phasische DA-Freisetzung
aus den nigrostratialen Pseudosynapsen erfolgt in der Nähe der postsynaptischen
Rezeptoren der GABAergen Neurone und erscheint zunächst bedarfsgerechter als der
tonische DA-Release, da DA schnell über den synaptischen Spalt die Rezeptoren
aktiviert und der DA-Überschuss über DA-Transporter der terminalen Axone der
DAergen Neurone rückresorbiert wird. Die Stimulation des präsynaptischen
DA-Autorezeptors beeinflusst die DA-Synthese und -Freisetzung. Die
DA-Ausschüttung erfolgt nach Erregung der DAergen Neurone, bei denen die
Projektionen der Substantia nigra pars reticulata als letzte Station des
motorischen Circuits entsprechend der basalganglionären Verarbeitung der
kortikostriatalen Impulse für die Intensität der Erregung DAerger Neurone
mitverantwortlich ist.K.H. Strüder,
Physiologie und Pathophysiologie der Basalganglien - Einfluss auf die Motorik
Ein
langsamer Untergang der Nervenzellen in der Substantia nigra scheint ein
Alterungsprozess zu sein, der sich erst dann mit Symptomen bemerkbar macht, wenn
50-70% dieser Dopamin- produzierenden Zellen zugrunde gegangen sind.
Die Zellen der Substantia nigra gehen ab dem 15. Lebensjahr zugrunde, bei
allen Menschen, warum dies bei manchen so schnell passiert, dass sie die
Erkrankung bekommen ist nicht bekannt. (Parkinson's
and Dopamine Society for Neuroscience )
Entsprechend kann es von der Substantia nigra auch nicht mehr in ausreichender
Menge über die verbindenden Nervenfasern in die Kerngebiete des Striatum
weitergeleitet werden. Die Bewegungen werden durch „Schaltkreise“
in Stammganglien gesteuert. Durch Verknüpfung und Rückkoppelung einzelner
Strukturen (Vim-Kern, Globus pallidus internus, Nucleus subthalamicus,
Substantia nigra, Kortex) werden Erregungs- und Dämpfungsvorgänge genau
abgestimmt. Durch Ausfälle in diesen Schaltkreisen, bedingt durch Mangel des
Botenstoffes Dopamin, entsteht eine Dysbalance zwischen Erregungs- und
Dämpfungsimpulsen auf die Muskulatur, was zu der Überaktivität der Muskeln
(Zittern) oder Muskelspannung (Steifheit) führt.
Möglicherweise spielt das Eisen in der Substantia nigra dabei eine wesentliche
Rolle. Eisen soll die Fähigkeit haben eine giftige Ansammlung von
Alpha-Synuklein (Alpha-Synuclein
and Parkinson's Disease Society for Neuroscience )zu induzieren und
letzteres scheint in der Krankheitsentstehung (Schädigung der Substantia nigra)
eine wichtige Rolle zu spielen. Hier knüpft auch eine Therapiehoffnung an.
Alpha-Synuclein- podukionsförderndes-Gen, kann möglicherweise durch ein
Hitze-Schock-Protein HSP70 blockiert werden und so der Krankheitsprozess
aufgehalten werden. Bisher steht hier aber die Genforschung erst am
Anfang.(D. Berg, J Neurochem 2001 79: 225-236.
[Abstract]
[Full Text]) Dieser Untergang der Zellen und der
daraus resultierende Dopaminmangel kann heute sogar sichtbar gemacht werden.
"Während die üblichen bildgebende Verfahren (CT und MRT) üblicherweise zur
Diagnose degenerativer Erkrankungen wenig beitragen können, erlauben
funktionelle Untersuchungen wie PET und SPECT, eine Differenzierung zwischen
idiopathischem Morbus Parkinson, toxischen und vaskulären Parkinson-Syndromen
und extrapyramidalen Syndromen im Rahmen von Multisystemdegenerationen.
insbesondere die verminderte DOPA-Aufnahme - durch 18F-DOPA bzw. 123I-Beta CIT -
im Striatum mit Betonung im hinteren Putamen ist typisch für die idiopathische
Form (die übliche gut behandelbare Form des M. Parkinson), bei der anfänglich
die Aktivität von D2-Rezeptoren gesteigert (Up-Regulation) - nachzuweisen z.B.
durch 11C-Racloprid oder 123I-Iodobenzamid - ist. PET-Untersuchungen sind dabei
derzeit hauptsächlich für wissenschaftliche Fragestellungen reserviert. Im
Gegensatz dazu sind bei Multisystemdegenerationen sowohl dopaminerge Endigungen
als auch D2-Rezeptoren diffus vermindert und zusätzlich häufig der
Energiestoffwechsel beeinträchtigt. Bei Parkinson-Syndromen auf der Grundlage
von Durchblutungsstörungen zeigen sich umschriebene Veränderungen am prä- und
postsynaptischen dopaminergen System sowie im Energiestoffwechsel, durch Gifte
bedingte ähnliche extrapyramidale Störungen gehen mit selektivem Ausfall der
dopaminergen Neurone (MPTP) oder mit ausgedehnten Nervenzellverlusten in
Basalganglien und Hirnrinde (Cyanid, Lösungsmittel) einher. Auch mit
Ultraschalluntersuchungen kann inzwischen (in speziellen Zentren) die Substantia
nigra dargestellt werden. Auch diese Untersuchung erlaubt eine
Differentialdiagnose. Die funktionellen Studien erlauben zusätzlich Aussagen
über das Fortschreiten der Erkrankung, wodurch auch Therapieeffekte objektiviert
werden können. Der Einsatz dieser sehr aufwendigen Methoden ist bisher nur in
seltenen Problem- Fällen in der allgemeinen Behandlung indiziert. Für die
Erforschung der Krankheitsbilder sind sie von großer Relevanz." Aus (Der
Nervenarzt 70,13 (1999) pp S2-S10)

Bis heute gibt es noch kein
Mittel, das die Ursache der Krankheit bekämpft.
(Vielleicht hat Kaffee bei Männern und bei Frauen, die keine Hormonbehandlung
der Wechseljahre durchführen, eine vorbeugende Wirkung) Behandlungen die an der
Ursache angreifen, wie die Verpflanzung von embryonalen Zellen befinden sich
noch im experimentellen Stadium (bisher weltweit 300 Patienten), sie sind nur
bei ausgesuchten Patienten (relativ jung, keine Einschränkung der geistigen
Leistungsfähigkeit, eindeutige Diagnose, gutes Ansprechen auf L-Dopa,
Vorherrschen der akinetisch- rigiden Symptome) sinnvoll, ihre
Weiterentwicklung und Standardisierung könnte in einigen Jahrzehnten die
Behandlungsaussichten wesentlich verbessern. Die Medikamentöse Behandlung mit L-
Dopa Präparaten, Dopaminagonisten, MAO- und COMT- Hemmern stellt immer noch die
Standardbehandlung dar. Sie ist in der Regel auch über viele Jahre erfolgreich.
Für die stereotaktischen Operation oder der Elektrodenimplantation gilt
ähnliches.


 
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functions as an E2-dependent ubiquitin- protein ligase and promotes the
degradation of the synaptic vesicle-associated protein, CDCrel-1. Proc. Natl.
Acad. Sci. U. S. A. 97: 13354-13359
[Abstract]
[Full Text]
- Clifford W. Shults,
Treatments of Parkinson Disease: Circa 2003,
Arch Neurol.
2003;60:1680-1684.
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