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Rückenschmerz Seite 2
Akute Rückenschmerzen haben nach allen Studien eine gute Prognose. Meist
tritt rasch eine gute Besserung ein. Die meisten Menschen, die durch
Rückenschmerzen arbeitsunfähig werden, können innerhalb eines Monats ihre Arbeit
wieder aufnehmen. Die Besserung tritt in der Regel am deutlichsten innerhalb
einen Monat ein, innerhalb von 3 Monaten ist eine Besserung noch die Regel,
später tritt eher selten eine Besserung ein. Auch die Patienten die innerhalb
von 1-3 Monaten eine Besserung erfahren, haben meist noch leichte anhaltende
Beschwerden für 3-12 Monate. Ein Rezidiv innerhalb von 12 Monaten ist häufig.
Liset H M Pengel, Robert D Herbert, Chris G Maher, and Kathryn M Refshauge,
Acute low back pain: systematic review of its prognosis, BMJ 2003; 327: 323.
[Abstract]
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Zahlen und Fakten zur Epidemiologie der Rückenschmerzen nach einer
Metaanalyse der Literatur
aus Anderson G. Epidemiological features of chronic low
back-pain, Lancet 1999;354:581-585 |
| Episodischer Rückenschmerz |
70-85% aller Menschen |
| Rezidive über die Lebensspanne |
85% |
| Rezidive im ersten Jahr |
20-44% |
| Jährliche Prävalenz |
15-45% |
| Ein Tagesprävalenz |
64/1000 |
| schmerzfrei nach 6 Wochen |
60-70% |
| schmerzfrei nach 12 Wochen |
80-90% |
| Arbeitsaufnahme bei finanzieller Kompensation wenn ein
Arbeitsunfall mitbeteiligt war |
nach 14,9 Monaten |
| Arbeitsaufnahme bei fehlender finanzieller Kompensation
wenn ein Arbeitsunfall mitbeteiligt war |
nach 3,6 Monaten |
| Arbeitsaufnahme nach Bandscheibenoperation bei
finanzieller Kompensation |
nach 9,3 Monaten |
| Arbeitsaufnahme nach Bandscheibenoperation bei fehlender
finanzieller Kompensation |
nach 4,4, Monaten |
Risikofaktoren:
- Frauen>Männer
- Zunahme mit dem Alter
- Signifikant häufiger bei Depressionen, Angsterkrankungen,
Medikamentenmissbrauch, chronischem Stress, Unzufriedenheit mit der
Arbeit, niedriges Selbstwertgefühl,
- Häufigkeit der Bandscheibenoperationen (USA 1,0), Norwegen 0,49,
Schweden 0,33, England 0,19
- fast keiner der Patienten die 2 Jahre mit Rückenschmerzen
krankgeschrieben sind kehrt an den Arbeitsplatz zurück
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| Schlussfolgerungen auch aus dieser Metaanalyse
sind: Wenn Depressionen, Angsterkrankungen, Medikamentenmissbrauch,
chronischem Stress, Unzufriedenheit mit der Arbeit, niedriges
Selbstwertgefühl, nicht behandelt werden besteht nicht nur ein erhöhtes
Risiko für die Entwicklung von Rückenscherzen sondern auch ein ernorm
erhöhtes Risiko für ihre Chronifizierung. Unnötig lange Krankschreibungen
verschlimmern die Schmerzen und sind ein bedeutsamer Faktor für die
Chronifizierung. Was dabei anfangs von den Patienten als großzügige und
verständnisvolle Unterstützung erlebt wird, führt später zu sozial
negativen Folgen und tatsächlich vermehrt empfundenen Schmerzen. Die
zeitige psychiatrische und psychotherapeutische Mitbehandlung kann einer
Chronifizierung entgegenwirken. Wird die Psyche erst im Rentenverfahren
mitberücksichtigt sind die Behandlungsmöglichkeiten sehr begrenzt.
Auch bei Kindern mit Rückenschmerzen scheinen psychosoziale Faktoren
ähnlich wie bei Erwachsenen eine größere Rolle zu spielen als die
Mechanik. Jedenfalls war in einer Studie an über 1000 Schulkindern das
Gewicht des Schulranzens für die Entwicklung von Rückenschmerzen
unerheblich, während psychosozialer Stress Rückenschmerzen auslöste.
Andere Faktoren, die bei Kindern mit der zukünftigen Entwicklung
Rückenschmerzen korrelierten war das Vorhandensein von Schmerzen in
anderen Körperregionen, wie Spannungskopfschmerzen, Bauchweh, Halsweh...
Die generelle Schmerzempfindlichkeit scheint also auch eine Rolle zu
spielen. Gareth T. Jones, Kath D. Watson, Alan J. Silman, Deborah P.M.
Symmons, and Gary J. Macfarlane Predictors of Low
Back Pain in British Schoolchildren: A Population-Based Prospective Cohort
Study Pediatrics 2003; 111: 822-828.
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